Das Sense-Making Glossar
Wenn uns die Sprache fehlt, fehlen uns die Lösungen
Versuch mal, in einem einzigen Gespräch Klimakrise, sozialen Zusammenhalt, KI-Risiken und Bildungsreform zu denken. Die meisten merken nach ein paar Minuten: Es geht nicht. Nicht weil wir keine Meinung zu diesen Themen hätten – sondern weil die Begriffe, mit welchen wir über sie reden, nicht ineinandergreifen.
Die grossen Probleme unserer Zeit sind keine isolierten Probleme. Sie hängen zusammen. Aber unsere Alltagssprache wie auch Fachsprachen hängen nicht zusammen: Jede Disziplin, jede Bewegung, jede Kultur beschreibt Phänomene mit anderen Begriffen – oder manchmal auch gar nicht. Was in Fachkreisen als „Externalisierung" bekannt ist, heisst bspw. in einem anderen Bereich „Verschiebung" – während beide Worte der Realität nicht nahekommen.
Das ist nicht nur akademisch problematisch. Es ist einer der Gründe, warum Gespräche über Klima, Wirtschaft, Demokratie und Bildung so oft im Kreis laufen – und warum sich viele überfordert und ausgelaugt fühlen, sobald sie diese Themen zusammen denken wollen und Lösungen finden wollen, die nicht einseitig sind.

Das Sense-Making Glossar
Seit 2024 sammeln wir Begriffe, die helfen, unsere Realität verstehen zu können. Über 800 sind es inzwischen – aus Sense-Making Systemwissenschaften, Ökonomie, Ökologie, Psychologie, Philosophie, indigenem Wissen, Bildungsforschung. Jeder Begriff macht etwas sichtbar, das ohne ihn unsichtbar bliebe.
Ein Beispiel: Hyperobjekt (nach Timothy Morton) bezeichnet ein Phänomen wie den Klimawandel, das räumlich und zeitlich so ausgedehnt ist, dass kein Mensch es als Ganzes wahrnehmen kann. Ohne diesen Begriff bleibt das Phänomen unscharf. Mit ihm wird besprechbar, warum wir handlungsunfähig wirken, obwohl wir die Daten kennen.
Das Glossar ist kein Wörterbuch. Es ist ein Werkzeug: um präziser zu denken, klarer zu kommunizieren und transdisziplinär zusammenarbeiten zu können – gerade dort, wo niemand allein eine Lösung hat. Wir geben dabei niemanden eine Denkweise vor, sondern befähigen zur eigenständigen Sinnfindung.
Unterstützung gesucht
Wir sind an die Grenzen dessen gestossen, was wir ohne Unterstützung leisten können. Um weiterzumachen, brauchen wir zweierlei:
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Fördermittel, um das Glossar weiter aufzubauen und systematisch zu professionalisieren.
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Freiwillige für Strukturierung, Layout und visuelle Aufbereitung.
Wer an dieser Projektmission Interesse hat, ist herzlich eingeladen, mit uns in Kontakt zu treten. →
Unsere Tools
In 2025 machte Elon Musk mit seiner KI-geschriebenen Alternative zu Wikipedia klar, dass Open-Source Programme eine Bedrohung für die Pläne technokratischer Regierungen sind – weil sie eine Form von zivilgesellschaftlicher Zusammenarbeit darstellen. Aus diesem Grund wollen wir solche Plattformen explizit stärken. Deshalb arbeiten wir in dieser Projektmission ausschliesslich mit Anki, Obsidian und Wikipedia als Wissensplattform.


